Gründerpersönlichkeit

Die Gründerpersönlichkeit

Es gibt viele Gründe, aus denen Menschen eine Existenzgründung anstreben. Ob diese erfolgreich wird, hängt neben einer richtigen Planung und dem Zugang zu Finanzmitteln auch stark von der Persönlichkeit des Gründers/der Gründerin ab. Studien zeigen, dass ausländische Gründer/-innen es schwerer haben als Deutsche. Doch die gleichen Studien zeigen auch, dass sehr viele Zuwanderer/-innen den Weg in die Existenzgründung erfolgreich geschafft haben. Gelingt es Existenzgründer/-innen, ihre Stärken zu mobilisieren und Schwachpunkte frühzeitig zu erkennen, steigt die Erfolgswahrscheinlichkeit. Denn Schwächen können ausgeglichen werden, wenn sie frühzeitig erkannt und Lösungswege gesucht werden.

Die Anforderungen an den Unternehmer

Die IHK-Osnabrück benutzt in ihrer Beratung einen Fragebogen, mit dem Rat suchende Unternehmer/-innen ihren Betrieb und ihre Geschäfte einschätzen können. Der Fragebogen beginnt mit einer Selbstbewertung. Es wird gefragt, ob die Kenntnisse und Fähigkeiten bei

  • Technischen Anforderungen
  • Kaufmännischen Anforderungen
  • Branchenerfahrung und
  • Mitarbeiterführung ausreichen.

Tatsächlich sind für ein erfolgreiches Unternehmen alle vier Bereiche von Bedeutung. Kein Mensch ist perfekt und kann auf allen vier Feldern gleichermaßen erfolgreich sein. Es stellt sich also die Frage, wie Defizite in schwachen Feldern ausgeglichen werden können.

Ein Gründer kann Spezialist in seinem Geschäftsbereich sein. Doch die Führung eines Unternehmens ist zugleich auch eine kaufmännische Aufgabe. Es müssen Einnahmen und Kosten vorausgesehen und überwacht werden. Durch Marketing müssen Kunden gewonnen werden und wenn Mitarbeiter/-innen vorhanden sind, verlangt auch dies nicht nur Aufmerksamkeit, sondern Erfahrung.

Viele Defizite können durch Beratung und Weiterbildung ausgeglichen werden. Solche Angebote gibt es bei den Industrie- und Handelskammern oder auch bei den Handwerkskammern. Es gibt Vereine und Plattformen, die benutzt werden können, um Rat einzuholen. Hinzu kommen die staatlichen und kommunalen Angebote, die Wege aufzeigen können.

Die Sicht des Anderen

Ein wichtiger Faktor für den geschäftlichen Erfolg ist, sich in die Lage der Kunden versetzen zu können. Wem dies gelingt, kann ihren Bedürfnissen und Anforderungen besser entsprechen. Dies gilt nicht nur gegenüber Kunden, sondern auch für all jene öffentliche Stellen, Berater, Banken u.ä., denen Sie auf dem Weg in die Selbständigkeit begegnen werden.

Versetzen Sie sich in die Lage eines Beraters bei einer Industrie- und Handelskammer oder einer Handwerkskammer. Es sind erfahrene Menschen, die bereits viele Gründer/-innen beraten, aber auch manches Projekt scheitern gesehen haben. Es ist also durchaus möglich, dass Ihnen bzw. Ihrem Projekt mit Skepsis begegnet wird. Sie müssen sich also auf ein Gespräch gut vorbereiten. Sieht der Berater oder die Beraterin, dass Sie sich über die Geschäftsidee und ihre Verwirklichung klare Gedanken gemacht haben, dass Sie Probleme und Schwachstellen erkannt und konkrete Fragen vorbereitet haben, wird es Ihnen leichter fallen, zu überzeugen. Die zuständige Kammer ist eine wichtige Stelle für Sie. Wollen Sie bei der Ausländerbehörde die Zulassung zur selbständigen Tätigkeit beantragen oder von einer Bank einen (Förder-)Kredit, wird die Kammer um eine Stellungnahme gebeten.

Das gleiche gilt für das Bankgespräch oder die Vorsprache bei einem Mikrokreditinstitut. Wer Geld verleiht, möchte sicher sein, es zurück zu bekommen. Eine Berechnung der erwartbaren Umsätze und Kosten sowie Überlegungen zu Sicherheiten, die Sie bieten können, helfen dabei, das benötigte Geld zu bekommen.

Selbständigkeit

Selbst bestimmen zu können, mag auf den ersten Blick verlockend klingen. Aber es bedeutet auch, Verantwortung zu übernehmen, sich die Arbeit selbst einzuteilen und viele Aufgaben zu übernehmen, mit denen man zuvor kaum zu tun hatte. Es ist nützlich, sich im Vorfeld der Entscheidung für die Selbständigkeit Gedanken zu machen, ob man in der Lage ist, sich selbst zu motivieren. Und man sollte sich überlegen, welche neuen Aufgaben mit der Selbständigkeit verbunden sind und wie man sie bewältigen kann.

Erlaubnis zur selbständigen Tätigkeit

Das Aufenthaltsgesetz sieht in Paragraph 21 folgende Bedingungen für die Erteilung einer Erlaubnis für die Ausübung einer selbständigen Tätigkeit vor, dass:

  • ein übergeordnetes wirtschaftliches Interesse oder ein besonders regionales Bedürfnis besteht,
  • die Tätigkeit positive Auswirkungen auf die Wirtschaft erwarten lässt und
  • die Finanzierung der Umsetzung durch Eigenkapital oder durch eine Kreditzusage gesichert ist.

Als Beurteilungskriterium zur Prüfung, ob die ersten zwei Punkte erfüllt sind, nennt das Gesetz die Investition von einer Million Euro und die Schaffung von zehn Arbeitsplätzen. Hierbei handelt es sich jedoch um sogenannte Regelbeispiele und nicht um ein zwingendes Erfordernis. Kann der Antragsteller diese Voraussetzungen nicht erfüllen, erfolgt die Beurteilung nach der Tragfähigkeit der Geschäftsidee, den unternehmerischen Erfahrungen des Ausländers, der Höhe des Kapitaleinsatzes, den Auswirkungen auf die Beschäftigungs- und Ausbildungssituation sowie dem Beitrag für Innovation und Forschung. Bei der Prüfung, ob die oben genannten Voraussetzungen erfüllt sind, werden die zuständigen Gewerbebehörden, die Kammern (z.B. Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer, Architektenkammer) und die für die Berufszulassung zuständigen Behörden einbezogen. Die beteiligten Stellen geben eine kurze gutachtliche Stellungnahme zum beantragten Vorhaben des Ausländers ab. Die abschließende Entscheidung über den Antrag erfolgt aber in eigener Kompetenz der Ausländerbehörde. Die in den Gutachten der Kammern dargelegten entscheidungserheblichen Erkenntnisse hat die Ausländerbehörde bei ıhrer Ermessensentscheidung zu berücksichtigen.

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